Bei der Dosierung konzentrierter Salzsäure stoßen Standardlösungen schnell an ihre Grenzen. Für einen führenden Hersteller von Spezialchemikalien stellte A. Hock gemeinsam mit Richter RSS eine Lösung bereit, die auf die Anforderungen eines anspruchsvollen HCl-Prozesses zugeschnitten ist: PFA-ausgekleidete Regelventile für hohe Korrosionsbeständigkeit, zuverlässige Dichtheit und präzise Regelung. Gleichzeitig mussten die Vorgaben nach TA-Luft sowie die Anforderungen an den Explosionsschutz nach ATEX erfüllt werden.
Referenzprojekt
PFA-ausgekleidete Regelventile für HCl-Prozesse
Projektdaten
Kunde: Chemieanlage in Belgien
Branche: Chemie/Pharma
Leistungen: ieferung ausgekleidetes Regelventil für HCl-Anwendung
Produkte:
- Ventil: Richter RSS, balgabgedichtet, PFA-ausgekleidet
- ergänzende Ventile: A. Hock Serie 2000
- Antrieb: pneumatisch
- Stellungsregler: Foxboro SRD998
Umgang mit dem aggressiven Medium Salzsäure – die technischen Herausforderungen
Salzsäure (HCl) zählt zu den korrosivsten Chemikalien in der industriellen Anwendung. Besonders bei einer Konzentration von 32 % und Temperaturen bis 60 °C entstehen hohe Belastungen für alle medienberührten Komponenten. Zusätzlich muss die Dosierung in feinchemischen Prozessen äußerst präzise erfolgen, da bereits geringe Abweichungen die Produktqualität beeinflussen können.
Auch die Rahmenbedingungen der Anlage stellten hohe Anforderungen an die eingesetzte Lösung. Standardlösungen aus Edelstahl oder mit einfacher Auskleidung kamen nicht infrage. Gefordert war eine Kombination aus hoher Korrosionsbeständigkeit, dauerhafter Dichtheit und stabiler Regelgüte.
Daraus ergaben sich vier zentrale Anforderungen:
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hohe Korrosionsbeständigkeit: Konzentrierte Salzsäure greift metallische Ventilkomponenten stark an
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minimierte Permeation und Emissionen: Für die Einhaltung der TA-Luft war eine geeignete, antistatische Auskleidung erforderlich
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präzise Regelung trotz erhöhter Betätigungsmomente: Ausgekleidete Ventile stellen besondere Anforderungen an Antrieb und Stellungsregler
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sichere Ausführung für den Ex-Bereich: Die gesamte Lösung musste die Anforderungen der definierten ATEX-Zone erfüllen
Die Lösung
Gemeinsam mit Richter RSS entwickelte A. Hock eine passgenaue Lösung für die HCl-Anwendung. Zum Einsatz kamen neun balgabgedichtete Regelventile der Richter-RSS-Serie mit antistatischer PFA-L-Auskleidung in einer Stärke von 5 bis 6 mm. Ergänzend wurden sechs Zweiwege-Regelventile der A.-Hock-Serie 2000 für weitere Regelaufgaben im Prozess eingesetzt.
Alle Ventile wurden mit pneumatischen Antrieben und Stellungsreglern vom Typ Foxboro SRD998 ausgestattet. So ließ sich auch unter anspruchsvollen Bedingungen eine präzise und stabile Regelung sicherstellen. Zum Lieferumfang gehörten außerdem vollständige Werksabnahmen, Dichtheitsprüfungen, Materialnachweise sowie Dokumentationen zu TA-Luft und ATEX.
Das Ergebnis
Seit der Inbetriebnahme arbeiten die Ventile emissionsfrei, störungsfrei und mit exzellenter Regelgüte. Die wartungsfreie Konstruktion trägt zur Reduktion von Stillstandszeiten und Wartungskosten bei. Der Kunde bestätigte eine deutliche Verbesserung der Prozessstabilität und plant bereits den Einsatz weiterer ausgekleideter Ventile von A. Hock in vergleichbaren Anwendungen.
Technische Eckdaten im Überblick
| Medium | Salzsäure (32 %) |
| Prozesstemperatur | bis 60 °C |
| Ventiltyp | Richter RSS, balgabgedichtet, PFA-ausgekleidet |
| ergänzende Ventile | A. Hock Serie 2000, DN 25–100, PN 16–40 |
| Auskleidung | antistatisches PFA-L, 5–6 mm |
| Antrieb | pneumatisch |
| Stellungsregler | Foxboro SRD998 |
| Ex-Zone | ATEX Zone 2 |
| Emissionsgrenzwert | < 1 × 10⁻⁴ mbar × l/s (TA-Luft-konform) |
| Zertifikate | Werkabnahme, Dichtheitsprüfung, ATEX, TA-Luft |
Eingesetzte Produkte
Exkurs: Warum HCl besondere Anforderungen an Ventile stellt
Salzsäure ist ein besonders anspruchsvolles Medium für die Ventiltechnik. Sie greift viele metallische Werkstoffe stark an und stellt hohe Anforderungen an Dichtheit, Regelbarkeit und Materialbeständigkeit. Hinzu kommt, dass auch fluorpolymerausgekleidete Komponenten auf die Anwendung abgestimmt sein müssen, um Permeation zu minimieren und langfristig zuverlässig zu arbeiten.
Für HCl-Anwendungen braucht es deshalb Lösungen, die chemische Beständigkeit, Emissionssicherheit und präzise Regelung miteinander verbinden. PFA-ausgekleidete, balgabgedichtete Regelventile bieten dafür die beste Basis.